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Vor fünf Jahren stellte Google Conversational Actions vor, die es Softwareentwickler:innen ermöglichten, Anwendungen für den Googles Smart Speaker Ökosystem zu entwickeln. Heute heißt es: „Hey Google, say goodbye to conversational actions”. Wie Google auf seinem Blog veröffentlichte, wird Google Conversational Actions, künftig nicht weiter unterstützen. Ab dem 13. Juni 2023 werden Conversational Actions nicht mehr für Nutzer:innen zur Verfügung stehen. 

Conversational Actions? Was ist das eigentlich?

Wir sprechen meistens von Google Actions, wenn wir über jene Conversational Actions sprechen, die es nun eben bald nicht mehr geben wird. Diese Actions sind das Pendant zu den Alexa Skills im Amazon Alexa Ökosystem und den Bixby Capsules im recht unbekannten Samsung Bixby Ökosystem. Die Google Actions, Alexa Skills und Bixby Capsules sind die Möglichkeiten für Brands und Organisationen, eigene Sprachanwendungen für den jeweiligen Anbieter zu entwickeln. Hierfür stellen die Ökosysteme selbst verschiedene technische Assets in Form von APIs und SDKs zur Verfügung, definieren Standards und Qualitätskriterien für Inhalte und Performance und überwachen diese Standards mittels Zertifizierungsprozessen. Kurzum: Was Android und iOS Apps auf dem Smartphone sind, sind Conversational Actions, Alexa Skills und Samsung Bixby Capsules im jeweiligen Voice Ökosystem. Voice Anwendungen für Siri zu entwickeln war bei Apple hingegen noch nie möglich. Mit der angekündigten Entscheidung schlägt Google nun einen ähnlichen Weg ein.  

Kommt das Ende der Conversational Actions unerwartet?

Die Ankündigung kommt plötzlich, allerdings wenig überraschend: Während bei Amazon ein Alexa User in der Regel auch über ein Alexa Gerät aus der Echo Familie verfügt, hat Google bereits vor Jahren den Google Assistant zu einem integralen Bestandteil des mobilen Android Betriebssystems gemacht. Zwar stellt Google mit den Nest Geräten auch Hardware her, bei 2,8 Milliarden internationalen Android Nutzenden, sind die reinen Nest Nutzenden allerdings ein verschwindend geringer Anteil. Und auf dem Smartphone lassen sich in Kombination mit den klassischen Android Apps ganz andere Voice Customer Journeys realisieren.   

Google begründet den Schritt der Abschaltung der Conversational Actions mit dem Feedback, dass sie von Nutzenden und Entwickler:innen erhalten haben: 

While Conversational Actions were an excellent way to experiment with voice, the ecosystem has evolved significantly over the last 5 years and we’ve heard some important feedback: users want to engage with their favorite apps using voice, and developers want to build upon their existing investments in Android. 

Quelle: Google Blog

 

Diese Änderung betrifft jedoch nur Sprach-Apps von Drittanbietern (wie oben genannt). First-party Funktionalitäten – also solche, die Google selbst auf den Smart Speakern zur Verfügung stellt –  Musik- und Videostreaming sowie Smart-Home-Services bleiben als Teil des Ökosystems unverändert. 

Was heißt das für Eure Conversational Action?

In den vergangenen Jahren hatten wir das große Vergnügen, viele große Unternehmen und Marken auf ihrem Weg hinein in das Google Assistant Universum begleiten zu dürfen. Die Voice Konzepte, das Voice User Interface Design und vor allem die technische Umsetzung von Actions wie DER SPIEGEL, VGH Yogazeit, Sandmännchen und Bayern1 entstanden bei Future of Voice. Werden diese und viele andere Actions nun verstummen?  

Zunächst mal: Bis zum 13. Juni 2023 ist noch ein Jahr Zeit. Die angekündigten Änderungen wirken sich also nicht unmittelbar aus. Innerhalb des nächsten Jahres werden Marken mit einer aktiven Conversational Action aber nun die Frage beantworten müssen, ob sie weiterhin via Voice bei Google stattfinden möchten. Fällt diese Antwort positiv aus, verweist Google auf die App Actions. Dieser neue Weg ist spannend, geht allerdings auch zwangsläufig mit erheblichen konzeptionellen und technischen Änderungen einher. Wir sprechen hier also aller Voraussicht nach nicht von einer Migration, sondern von einem kompletten Umbau oder gar Neubau.  

Trotz der Abkehr von Google von Conversational Actions bleibt es spannend, wie sich die Voice Landschaft als Ganzes künftig verändern wird. Und auch wie Mitbewerber – insbesondere Amazon – reagieren, die mit Custom Skills als Pendant zu Googles scheidenden Conversational Actions weiterhin eine Integration von Voice-Apps durch Drittanbieter ermöglichen. 

 

Ihr wisst nicht, wie es jetzt mit eurer Google Action weitergehen soll? Sprecht uns gern an! Wir finden eine Lösung.

Robin Rabe

Robin ist Director of Development bei Future of Voice. Schon früh entdeckte er seine Leidenschaft für Machine Learning und AI. Seine Spezialgebiete sind das Setup komplexer Systeme zur Sprachdialogautomation und Beratung zur Anwendung von Conversational AI.