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Mit dem eigenen Smartphone oder intelligenten Lautsprechern zu sprechen, ist schon längst Normalität. Die Interaktion mit Sprachassistenten etabliert sich mittlerweile jedoch auch in Autos. Die Temperatur oder den Radiosender einzustellen, während der Blick auf der Straße und die Hände am Lenkrad bleiben, ist bequem, und erhöht sogar die Verkehrssicherheit.

Laut einer Studie von Capgemini aus dem Jahr 2019 erwarten 95 % der Konsumenten, dass sie innerhalb der nächsten drei Jahre einen Sprachassistenten im Auto nutzen werden. Allerdings wünschen sich 57 % der Deutschen ein einheitliches System und nicht mehrere verschiedene in Auto, Zuhause oder Unterwegs. In diesem Beitrag verraten wir, wie weit diese Systeme sind und wie es in der Zukunft aussieht.

Anwendungen zur Spracherkennung im Auto

Die meisten Neuwagen, die seit Mitte der 2010er Jahre gebaut wurden, sind mit Android Auto oder Apple CarPlay kompatibel. Dies sind „Screen Mirroring“-Funktionen, die eine vereinfachte Version des Smartphone-Betriebssystems auf das Armaturenbrett-Display des Autos übertragen. Beide Softwares verfügen über eine integrierte Spracherkennungsfunktion, mit der während der Fahrt auf eine Vielzahl von Apps zugegriffen werden kann.

Einige bekannte Autohersteller, unter anderem Daimler und BMW setzen auf eigene Sprachassistenten. Die Vorherrschaft übernimmt allerdings der Google Assistent. Android Auto ist mit etlichen Modellen von Audi, Fiat, Mercedes-Benz, Opel und vielen weiteren Herstellern kompatibel. Google Maps, die meistgenutzte Navigationsapp, greift auf den Google Assistent zurück und ein Großteil der Smartphones, welche auch für Entertainment im Auto benutzt werden, haben den Google Assistent vorinstalliert.

Amazon bringt Alexa ins Auto

Auch Amazon hat den Trend erkannt und Anfang 2021 den Alexa Custom Assistent angekündigt. Dieser ermöglicht es Autoherstellern, einen eigenen Assistenten auf Basis von Alexa zu entwickeln. Mit individuellen Weckwörtern, Stimmen und Skills kann die Technologie auf die eigene Markenpersönlichkeit und die Kundenbedürfnisse zugeschnitten werden. Der Autohersteller Fiat Chrysler Automobiles (FCA) hat die Technologie als erster globaler Hersteller im Einsatz.

„Die Entwicklung eines intelligenten Assistenten ist komplex, zeitaufwändig und kostspielig. Darüber hinaus beschleunigt sich die Innovations- und Veränderungsrate und die Assistenten werden ständig besser und intelligenter, was erhebliche laufende Investitionen erfordert. Mithilfe des Alexa Custom Assistent können Unternehmen in Zukunft ihren eigenen intelligenten Assistenten auf Basis der Alexa-Technologie entwickeln und Ressourcen sparen“, wird im Amazon Blog über den Custom Assistent berichtet.

Für Autos, die keinen integrierten Sprachassistenten haben, bietet Amazon auch eine Lösung an. Mithilfe des Echo Auto lässt sich nahezu jedes Fahrzeug einfach über einen 12-V Anschluss oder eine USB-Buchse mit der smarten Sprachsteuerung nachrüsten.

Alexa Auto SDK 4.0

Mit der Veröffentlichung von Alexa Auto SDK 4.0 Mitte Dezember geht Amazon noch einen Schritt weiter. Das neue Update beinhaltet Alexa Presentation Language (APL), das Sprach-Apps visuelle Elemente hinzufügt und so multimodale Erlebnisse auf den Displays im Fahrzeug ermöglicht. Anwendungen, die mit APL erstellt werden, können unterschiedliche Fahrzustände (parkend oder fahrend) und Lichtverhältnisse (Tag oder Nacht) erkennen und passen ihre visuelle Darstellung an die Gegebenheiten an. Mithilfe von APL können außerdem lokale Suchinformationen visuell auf dem Bildschirm wiedergegeben werden.

Mit der neuen Alexa Auto SDK Version soll es Nutzenden außerdem möglich sein ihre Smart-Home-Geräte über das Display im Fahrzeug zu steuern. Wird ein Sprachbefehl für die Steuerung der Geräte verwendet, wird dieser visuell bestätigt.

Alexa kann personalisierte Befehle lernen

Eine Woche nach der Veröffentlichung des Alexa Auto SDK 4.0, gibt es bereits weitere Neuigkeiten, die das Kundenerlebnis stark verbessern sollen. Fahrer*innen können Alexa jetzt personalisierte Befehle, wie „Alexa, stelle die Klimaanlage auf Vollgas“ oder „Alexa, stelle den Sitz auf meine Position ein“ beibringen. In diesem Fall erkennt Alexa das Sprachmuster und fragt was „Vollgas“ oder „Meine Position“ bedeutet, anstatt eine Fehlermeldung zu geben. Gelernte Befehle werden für die zukünftige Verwendung gespeichert oder können jederzeit gelöscht werden.

„Wir arbeiten ständig daran, das Kundenerlebnis zu verbessern, unsere Vision ist es, Kunden zu ermöglichen, sich mit Alexa zu unterhalten, als ob sie mit ihrer Familie oder einem Freund sprechen“, erklärte Amazon Senior Product Manager Ajinkya Gore in einem Blogbeitrag. „Alexas Ziel für unterwegs ist es, das Fahren einfach, stressfrei und angenehm zu gestalten. Diese Funktion unterstützt das Speichern von Sprachbefehle und reduziert somit die kognitive Belastung während der Fahrt.“

Spezielle Anforderungen im Auto

Im Auto werden Sprachassistenten unter anderen Voraussetzungen verwendet als zu Hause – die gesamte Aufmerksamkeit ist auf die Straße und die anderen Verkehrsteilnehmenden gerichtet. Die falsche Aktivierung einer Fahrzeugfunktion, selbst wenn es nur der Lüfter ist, kann potenziell gefährlich werden. Zudem müssen alle Anwendungen so gestaltet sein, dass die Augen auf der Straße und die Hände am Lenkrad bleiben können.

Die Zukunft von sprachgesteuerten Autos

Schaut man sich die rasende Entwicklung der digitalen Assistenten der letzten Jahre auf Smartphones und Lautsprechern an, können wir nur ahnen, wie schnell sich die Technologie in Autos integrieren wird.

Du möchtest mehr über digitale Sprachassistenten in der Automobilwelt erfahren? Nimm jetzt Kontakt zu uns auf – unsere Expert*innen beraten und unterstützen dich gerne mit Expertise im Voice Umfeld und überlegen mit dir gemeinsam, wie dein Unternehmen über Sprachassistenten im Fahrzeug präsent sein kann.

Jannika Kraus

Jannika unterstützt Future of Voice als Werkstudentin im Bereich Content Marketing.